Ressourcen und Kapazitätsplanung
Ressourcen in Simulationen modellieren: Kapazität, Verfügbarkeit, Warteschlangenverhalten und Kapazitätsplanung.
ProcessMind verwendet eine Engine für diskrete Ereignissimulationen (DES), um Ihre Prozesse zu modellieren. Wenn Sie verstehen, wie die Engine funktioniert, können Sie Simulationen gezielter konfigurieren und die Ergebnisse korrekt interpretieren. Mit einer kostenlosen Testphase können Sie die Engine mit Ihrem eigenen Prozess ausprobieren.
Bei der diskreten Ereignissimulation ändert sich der Systemzustand nur bei bestimmten Ereignissen. Die Uhr springt von einem Ereignis zum nächsten. Dazwischen geschieht nichts. Dieses Verfahren eignet sich für Geschäftsprozesse, weil:
Anders als bei kontinuierlichen Simulationen, etwa in der Physik oder Strömungsmechanik, müssen Geschäftsprozesse nicht von Moment zu Moment modelliert werden. Ein Kreditantrag wechselt nicht schrittweise von „eingereicht“ zu „genehmigt“, sondern ändert seinen Zustand bei bestimmten Ereignissen.
Die Simulations-Engine durchläuft einen einfachen Zyklus:
1. Initialize: Set up starting conditions
2. Get Next Event: Find the earliest scheduled event from the priority queue
3. Advance Time: Move simulation clock to that event's time
4. Process Event: Handle the event (start activity, complete activity, etc.)
5. Schedule New Events: Based on what happened, add new events
6. Repeat: Continue until end time or max events reached (5,000,000)
7. Output: Generate the complete event log Die Simulation erzeugt und verarbeitet verschiedene Ereignistypen:
| Ereignistyp | Vorgang |
|---|---|
| Case-Eingang | Ein neuer Case tritt über ein Start-Event in den Prozess ein |
| Aktivitätsstart | Ein Case beginnt mit der Ausführung einer Aktivität (Ressourcen werden zugewiesen) |
| Aktivitätsabschluss | Ein Case schließt eine Aktivität ab (Ressourcen werden freigegeben) |
| Gateway-Auswertung | Ein Entscheidungspunkt legt fest, welcher Pfad oder welche Pfade genommen werden |
| Case-Abschluss | Ein Case erreicht ein End-Event |
Cases gelangen über Start-Events in Ihrem BPMN-Modell in die Simulation. Das Eingangsverhalten wird durch die Verteilung für die Case-Generierung gesteuert.
Standardmäßig gehen Cases gemäß einer Poisson-Verteilung mit einer Rate von einem Case pro Stunde ein. Dadurch entstehen realistische, zufällige Abstände zwischen Eingängen, wie sie für viele Geschäftsprozesse typisch sind.
Die im Leitfaden zu Verteilungen beschriebenen Verteilungen ermöglichen es Ihnen, unterschiedliche Ankunftsmuster zu konfigurieren.
Sobald ein Case ein Element abgeschlossen hat, folgt er direkt dem ausgehenden Sequence Flow. Gibt es nur einen ausgehenden Pfad, nimmt der Case diesen automatisch.
Gateways steuern, wie sich Cases verzweigen und wieder zusammenführen:
| Gateway-Typ | Verhalten |
|---|---|
| XOR (exklusiv) | Genau ein ausgehender Pfad wird anhand einer zufälligen Auswahl mit Wahrscheinlichkeitsgewichtung gewählt. Die Wahrscheinlichkeiten gelten als relative Gewichtungen und werden automatisch normalisiert. |
| AND (parallel) | Alle ausgehenden Pfade werden gleichzeitig genommen. Der Case teilt sich in parallele Tokens auf. |
| OR (inklusiv) | Die Pfade werden zufällig ausgewählt. Mindestens ein Pfad wird immer genommen. |
| Ereignisbasiert | Zufällige Auswahl aus den verfügbaren Ereignissen. |
Bei XOR-Gateways legen Sie für jeden ausgehenden Flow eine Wahrscheinlichkeit fest. Diese Werte sind relative Gewichtungen:
Erreicht ein Case eine Task (Aktivität), führt die Engine die folgenden Schritte aus:
Ist die erforderliche Ressource verfügbar?
Sind keine Ressourcen verfügbar, wird der Case in die Warteschlange aufgenommen. ProcessMind verwendet standardmäßig die Reihenfolge FIFO (First In, First Out): Cases werden in der Reihenfolge ihres Eingangs verarbeitet.
Sobald die erforderlichen Ressourceneinheiten verfügbar sind, werden sie für diesen Case reserviert.
Die Engine zieht einen Wert aus der konfigurierten Verarbeitungszeitverteilung. Dieser Wert bestimmt, wie lange die Aktivität dauert.
Ein Abschlussereignis wird für current_time + processing_time in die Ereigniswarteschlange aufgenommen.
Sobald das Abschlussereignis ausgelöst wird, werden die Ressourcen freigegeben und stehen anderen Cases zur Verfügung.
Damit jeder Timestamp eindeutig ist und das Verhalten realistisch bleibt, dauert jede Aktivität mindestens 1 Sekunde. Auch bei einer Verteilung mit Dauer null wird diese Mindestdauer eingehalten.
Für Aktivitäten lässt sich eine Überspringwahrscheinlichkeit von 0 bis 100 % festlegen. Wird eine Aktivität übersprungen:
So lassen sich reale Situationen abbilden, in denen einzelne Schritte gelegentlich übersprungen werden.
Die Simulation verwendet eine virtuelle Uhr, die diskret von Ereignis zu Ereignis springt. Liegt das nächste Ereignis um 10:35 Uhr und ist die aktuelle Zeit 10:30 Uhr, springt die Uhr direkt auf 10:35 Uhr.
Intern werden alle Zeiten in einheitliche Einheiten umgerechnet. Sie können Dauern in folgenden Einheiten angeben:
Eingangsraten werden separat pro Stunde, Tag, Woche, Monat oder Jahr festgelegt.
Parameter können je nach Simulationszeit variieren. Zum Beispiel:
Details zur Konfiguration finden Sie in der Dokumentation zu Periodizität.
Für jede Ressource ist eine Kapazität festgelegt. Sie gibt an, wie viele Cases die Ressource gleichzeitig bearbeiten kann.
Übersteigt die Nachfrage die Kapazität, warten Cases in einer Warteschlange. ProcessMind verwendet standardmäßig die Reihenfolge FIFO (First In, First Out). So werden Cases in der Reihenfolge ihres Eingangs verarbeitet.
Während der Simulation wird jede Aktivitätsausführung im ausgegebenen Event Log erfasst:
| Feld | Beschreibung |
|---|---|
| Case-ID | Eindeutige Kennung für jeden Case (wird fortlaufend generiert) |
| Aktivität | Name des BPMN-Elements |
| Start-Timestamp | Zeitpunkt, zu dem die Aktivität begonnen hat |
| Abschluss-Timestamp | Zeitpunkt, zu dem die Aktivität abgeschlossen wurde |
| Ressource | Ressource, die die Aktivität ausgeführt hat |
| Attribute | Case-Attribute zu diesem Zeitpunkt |
Dieses Event Log entspricht gängigen Formaten und lässt sich mit allen ProcessMind-Funktionen analysieren.
| Grenze | Wert | Zweck |
|---|---|---|
| Maximale Anzahl an Ereignissen | 5.000.000 | Verhindert, dass Simulationen unkontrolliert weiterlaufen |
| Mindestdauer | 1 Sekunde | Sorgt für eindeutige Timestamps |
Klein anfangen und dann erweitern
Beginnen Sie bei einer neuen Simulation mit einem kurzen Zeitraum von einigen Tagen oder Wochen, um Ihre Konfiguration zu überprüfen. Sobald Sie sicher sind, dass sich das Modell wie erwartet verhält, können Sie den Zeitraum verlängern.
Erhalten Sie sofort Zugriff, ohne Kreditkarte und Wartezeit. Bilden Sie die Arbeitsweise Ihrer Organisation in klaren, vernetzten Prozessmodellen ab.
Entwickeln Sie Ihre Prozessarchitektur, definieren Sie Zuständigkeiten und Kontrollen und stimmen Sie Rollen und Verantwortlichkeiten auf allen Ebenen ab.
Starten Sie Ihre kostenlose Testphase und schaffen Sie eine verlässliche Grundlage, um Ihre Prozesse zu steuern und kontinuierlich zu verbessern.
Wir verwenden Cookies, um Ihre Nutzungserfahrung zu verbessern, Inhalte zu personalisieren und den Datenverkehr zu analysieren. Anonyme Seitenaufrufe werden auch ohne Cookies erfasst. Wenn Sie der Analyse zustimmen, wird eine Kennung gesetzt, mit der Ihre Besuche verknüpft werden. Wenn Sie auf "Alle akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.