Methoden zur Prozessverbesserung: Die Liste für 2026

Das werden Sie lernen

Dieser Leitfaden stellt 15 Methoden und Techniken zur Prozessverbesserung vor: von klassischen Frameworks wie dem Deming-Zyklus bis hin zu modernen datengetriebenen Ansätzen wie Process Mining und Simulation. Zu jeder Technik erfahren Sie den Kernansatz sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Warum Prozessverbesserung so wichtig ist

Jedes Unternehmen besteht aus Prozessen. Und in jedem Prozess verstecken sich irgendwo Verschwendung, Verzögerungen, Doppelarbeit oder unnötige Komplexität.

Prozessverbesserung bedeutet, diese Probleme zu finden und zu beheben. Das klingt einfach, doch die Fülle an Techniken und Methoden kann verwirrend sein. Es gibt unzählige Frameworks, Zertifizierungen und Fachbegriffe, die das Thema oft komplizierter machen, als es sein müsste.

Dieser Leitfaden bringt Klarheit. Wir stellen alle wichtigen Methoden vor, erklären deren Nutzen und helfen Ihnen bei der Entscheidung, welcher Ansatz für Sie sinnvoll ist. Egal, ob Sie einen digitalen Betrieb optimieren oder als Teamleiter Übergabeverzögerungen reduzieren wollen – hier finden Sie die passende Lösung.

Wissen Sie bereits, was Process Mining ist? Springen Sie direkt zur vollständigen Liste oder erfahren Sie mehr über Process Mining und Prozesssimulation.


So lesen Sie diese Liste

Jede unten aufgeführte Technik beinhaltet:

  • Die Kernidee – Was die Technik im Kern ausmacht, einfach erklärt
  • Schlüsselkonzepte – Die wesentlichen Bausteine
  • Ideal für – Wo diese Technik den größten Nutzen bringt
  • Vorsicht – Typische Stolperfallen und Grenzen

Manche dieser Techniken überschneiden sich. Lean Six Sigma ist ein Hybrid aus Lean und Six Sigma. Kaizen ist ein Prinzip, das in mehreren Methoden vorkommt. Der Deming-Zyklus (PDCA) ist sowohl ein eigenständiges Tool als auch Teil größerer Frameworks. Das ist normal. Wählen Sie aus, was in Ihren Kontext passt, und kombinieren Sie die Ansätze nach Bedarf.


Die klassischen Methoden

Diese Frameworks bewähren sich seit Jahrzehnten. Sie sind bestens dokumentiert, weit verbreitet und bilden das Fundament der modernen Prozessoptimierung.

1. Lean

Verschwendung eliminieren. Wert maximieren.

Lean stammt ursprünglich aus dem Toyota-Produktionssystem und konzentriert sich vor allem auf eine Sache: die Eliminierung von Verschwendung. Alles, was keinen direkten Wert für den Kunden schafft, wird konsequent entfernt.

Die 5 Lean-Prinzipien

  1. Wert definieren – Festlegen, was der Kunde wirklich will
  2. Wertstrom identifizieren – Jeden Schritt des Prozesses von Anfang bis Ende nachverfolgen
  3. Fluss erzeugen – Engpässe beseitigen, damit die Arbeit reibungslos fließt
  4. Pull-Prinzip einführen – Die Nachfrage steuert die Produktion, nicht die Prognose
  5. Perfektion anstreben – Kontinuierlich besser werden (dieser Prozess endet nie)

Die 8 Arten der Verschwendung (DOWNTIME)

Lean identifiziert acht Arten von Verschwendung, oft abgekürzt durch das Akronym DOWNTIME:

D
Defects (Fehler)
Produkte oder Ergebnisse, die nicht den Anforderungen entsprechen
O
Overproduction (Überproduktion)
Mehr produzieren als nötig oder früher als benötigt
W
Waiting (Warten)
Leerlaufzeiten zwischen einzelnen Prozessschritten
N
Non-utilized talent (Ungenutztes Potenzial)
Fähigkeiten und Wissen der Mitarbeiter nicht voll einsetzen
T
Transportation (Transport)
Unnötige Bewegung von Materialien oder Daten
I
Inventory (Bestände)
Übermäßige Lagerhaltung oder sich stapelnde unerledigte Arbeit
M
Motion (Bewegung)
Unnötige physische oder digitale Bewegungsabläufe
E
Extra processing (Überbearbeitung)
Arbeitsschritte, die keinen Mehrwert für den Kunden bieten

Ideal für: Produktion, Betriebsabläufe, Prozesse mit sichtbarer Verschwendung.

Vorsicht: Lean wurde für die Fertigung entworfen. Bei Wissensarbeit ist eine Anpassung nötig – nicht jeder zusätzliche Prüfungsschritt ist automatisch Verschwendung.

Verwandt: Wertstromanalyse und Lean Six Sigma.

2. Six Sigma (DMAIC)

Variationen reduzieren. Fehler eliminieren.

Six Sigma ist eine datengesteuerte Methodik, die darauf abzielt, Prozessabweichungen und Fehler auf ein Minimum zu reduzieren. Sie wurde in den 1980er Jahren bei Motorola entwickelt. Der Name bezieht sich auf das statistische Ziel, nicht mehr als 3,4 Fehler pro eine Million Fehlermöglichkeiten zuzulassen.

Das DMAIC-Framework

Six Sigma nutzt einen strukturierten Ansatz in fünf Phasen:

Define - Problem und Ziele definieren
Measure - Aktuelle Leistung messen
Analyze - Ursachen der Probleme analysieren
Improve - Lösungen implementieren und testen
Control - Gewinne langfristig absichern

Für neue Prozesse nutzt Six Sigma oft DMADV (Define, Measure, Analyze, Design, Verify).

Ideal für: Organisationen mit messbaren Qualitätsproblemen und Hochlauf-Prozessen, bei denen schon kleine Fehlerquoten massiv ins Gewicht fallen.

Vorsicht: Six Sigma erfordert hohe Datenqualität und statistische Expertise. Die Zertifizierungen (Green Belt, Black Belt) können zum Selbstzweck werden. Für kleine Verbesserungen oft zu formell.

Wie DMAIC mit Process Mining funktioniert, lesen Sie in unserem Strategischen Leitfaden.

3. Wertstromanalyse (Value Stream Mapping)

Den gesamten Fluss sehen. Blockaden finden.

Die Wertstromanalyse (Value Stream Mapping, VSM) ist ein Lean-Werkzeug zur visuellen Darstellung aller Schritte, die zur Bereitstellung eines Produkts oder einer Dienstleistung nötig sind: vom Rohmaterial bis zum Kunden. Sie unterscheidet klar zwischen wertschöpfenden und nicht-wertschöpfenden Aktivitäten.

So funktioniert es

  1. Den Ist-Zustand erfassen – Jeden Schritt, jede Entscheidung und Verzögerung dokumentieren
  2. Verschwendung identifizieren – Schritte markieren, die keinen Wert schöpfen
  3. Den Soll-Zustand entwerfen – Den verbesserten Prozessfluss skizzieren
  4. Den Übergang planen – Einen Aktionsplan für die Umsetzung erstellen

Eine gute Wertstromanalyse zeigt Durchlaufzeiten, Wartezeiten und Bestände an. Sie macht Verschwendung sichtbar.

Ideal für: Das Verständnis von End-to-End-Prozessen, besonders in Produktion und Supply Chain. Auch nützlich für Service-Bereiche.

Vorsicht: Wertstromanalysen sind meist manuell. Sie erfassen den Prozess so, wie Menschen ihn beschreiben, nicht unbedingt so, wie er abläuft. Hier hilft Process Mining: Es zeigt Ihnen den echten Prozess direkt aus den Daten.

Wertstromanalyse + Process Mining

Nutzen Sie Process Mining, um Ihre Ist-Map automatisch aus Echtdaten zu erstellen. Nutzen Sie dann die Wertstromanalyse für das Design des Soll-Zustands. Das eliminiert das Raten. Erfahren Sie mehr über Prozessvisualisierung.

4. Total Quality Management (TQM)

Qualität ist Aufgabe aller.

Total Quality Management ist eine Managementphilosophie, die Qualität in jedem Teil der Organisation verankert. Es handelt sich nicht um ein einzelnes Werkzeug, sondern um einen umfassenden Ansatz für langfristigen Erfolg durch Kundenzufriedenheit.

TQM-Prinzipien

  • Kundenfokus – Qualität wird vom Kunden definiert, nicht nur intern
  • Einbindung aller Mitarbeiter – Jeder trägt zur Qualitätsverbesserung bei
  • Prozesszentriert – Optimierung zielt auf Abläufe, nicht nur Ergebnisse
  • Faktenbasierte Entscheidungen – Daten statt Intuition nutzen
  • Ständige Verbesserung – Qualität ist eine Reise, kein Ziel
  • Systematischer Ansatz – Integriertes Managementsystem für alle Elemente

Ideal für: Unternehmen, die eine ganzheitliche Qualitätskultur suchen. Besonders effektiv in regulierten Branchen (Pharma, Automotive), wo Fehler schwere Folgen haben.

Vorsicht: TQM ist sehr breit gefasst und kann sich vage anfühlen. Es braucht langfristiges Engagement der Führung. Ohne kulturellen Wandel bleibt es oft wirkungslos.

5. Der Deming-Zyklus (PDCA)

Planen. Umsetzen. Prüfen. Handeln. Wiederholen.

Der Plan-Do-Check-Act-Zyklus (auch Deming-Zyklus, Shewhart-Zyklus oder PDCA genannt) gehört zu den Grundlagen der kontinuierlichen Prozessverbesserung. Es ist ein einfaches, iteratives vierstufiges Framework zum Testen und Implementieren von Änderungen.

Der PDCA-Zyklus

Act
Standardisieren oder neu versuchen
Plan
Problem erkennen und Änderung planen
Plan
Do
Check
Act
Check
Ergebnisse mit Erwartungen abgleichen
Do
Änderung im kleinen Rahmen testen

Die Stärke von PDCA liegt in der Wiederholung. Jeder Zyklus baut auf dem vorherigen auf und schafft einen Rhythmus stetiger Verbesserung.

Ideal für: Jede Art der Optimierung, von kleinen Teams bis zur gesamten Organisation. Universell anwendbar.

Vorsicht: PDCA ist fast zu einfach. Er sagt nicht, was gemessen oder wie analysiert werden soll. Er ist ein Rahmen, keine fertige Lösung. Nutzen Sie ihn zusammen mit Process Mining oder den 5 Whys.

6. Lean Six Sigma

Schnelligkeit trifft Präzision.

Lean Six Sigma kombiniert den Fokus von Lean Manufacturing auf Verschwendungseliminierung mit dem Fokus von Six Sigma auf Fehlerreduzierung. Die Idee: Man benötigt sowohl Geschwindigkeit (Lean) als auch Qualität (Six Sigma), um exzellente Prozesse zu erzielen.

Wie sie sich ergänzen

Beitrag von Lean
  • Identifikation und Eliminierung von Verschwendung
  • Wertstrom-Perspektive
  • Fluss-Optimierung
  • Fokus auf Schnelligkeit und Effizienz
Beitrag von Six Sigma
  • Statistische Genauigkeit und Datenanalyse
  • Ursachenforschung
  • Reduzierung von Variationen
  • Strukturierte Projektmethodik (DMAIC)

Ideal für: Organisationen, die bereits eine Methode probiert haben und ein vollständigeres Toolkit suchen. Verbreitet in Produktion, Gesundheitswesen und Finanzen.

Vorsicht: Die Qualität von Zertifizierungsprogrammen schwankt stark. Die Methodik kann bürokratisch werden, wenn der Fokus mehr auf der Disziplin als auf den Ergebnissen liegt. Bleiben Sie pragmatisch.

7. Kaizen (Kontinuierliche Verbesserung)

Kleine Änderungen. Große Resultate auf Dauer.

Kaizen ist eine japanische Philosophie, die „Veränderung zum Besseren“ bedeutet. Anstatt radikale Umbrüche zu erzwingen, setzt Kaizen auf kontinuierliche, inkrementelle Verbesserungen, die von jedem Mitarbeiter im Unternehmen getragen werden.

Drei Arten der Ineffizienz im Kaizen

Kaizen zielt auf drei Kategorien ab:

  • Muda – Verschwendung: Aktivitäten, die Ressourcen verbrauchen, ohne Wert zu schaffen
  • Mura – Unebenheit: Instabilitäten in der Arbeitslast oder im Prozessfluss
  • Muri – Überlastung: Unzumutbare Beanspruchung von Mensch oder Maschine

Kaizen-Events

Während Kaizen eine dauerhafte Philosophie ist, führen Unternehmen oft fokussierte Kaizen-Events (oder Blitzes) durch: kurze, intensive Workshops (meist 3–5 Tage), in denen ein Team einen Prozess analysiert und Verbesserungen sofort umsetzt.

Ideal für: Organisationen, die eine Kultur der Verbesserung statt nur Einzelprojekte etablieren wollen. Kaizen lässt sich gut mit anderen Methoden kombinieren.

Vorsicht: Kaizen braucht echtes Commitment der Führungsebene. Wenn das Management von Verbesserung spricht, Mitarbeitern aber keine Befugnisse für Änderungen gibt, bleibt es eine leere Worthülse.

8. 5-Why-Methode

Fragen Sie so lange nach dem Warum, bis Sie die Ursache finden.

Die 5-Why-Methode ist eine Technik zur Ursachenanalyse. Wenn ein Problem auftritt, fragen Sie mindestens fünfmal nach dem „Warum“, um die Symptome Schicht für Schicht abzutragen und zur eigentlichen Wurzel des Problems vorzudringen.

Beispiel

#FrageAntwort
1Warum war die Lieferung verspätet?Die Bestellung wurde zu spät bearbeitet.
2Warum wurde die Bestellung zu spät bearbeitet?Die Genehmigung dauerte drei Tage.
3Warum dauerte die Genehmigung drei Tage?Der Genehmiger war nicht erreichbar.
4Warum war der Genehmiger nicht erreichbar?Es gibt nur eine autorisierte Person.
5Warum gibt es nur eine autorisierte Person?Es wurde nie eine Vertretung festgelegt.

Die eigentliche Ursache ist nicht die verspätete Lieferung, sondern ein „Single Point of Failure“ im Genehmigungsprozess. Die Lösung ist die Benennung von Vertretungen, nicht mehr Druck auf den Versand.

Ideal für: Schnelle Problemlösung, Vorfallanalyse, Team-Retrospektiven. Einfach genug, um sie ohne Training sofort anzuwenden.

Vorsicht: Bei komplexen Problemen mit vielen Ursachen können die „5 Whys“ in die Irre führen. Man übersieht leicht andere Kausalketten. Kombinieren Sie die Methode in solchen Fällen mit strukturierten Analyse-Tools wie Process Mining.


Moderne und datenbasierte Techniken

Diese Ansätze stützen sich stark auf Daten, Technologie und Systemdenken. Sie sind besonders relevant für digitale Organisationen und datengetriebene Geschäftsmodelle.

9. Business Process Management (BPM)

Modellieren. Ausführen. Verbessern. Wiederholen.

Business Process Management ist eine Disziplin (keine Einzeltechnik), um Geschäftsprozesse systematisch zu steuern und zu optimieren. Prozesse werden dabei als strategische Assets betrachtet, die ständige Aufmerksamkeit erfordern.

Der BPM-Lebenszyklus

  1. Analysieren – Den aktuellen Prozess und die Leistung verstehen
  2. Modellieren – Den verbesserten Prozess mit Standard-Notationen (wie BPMN) entwerfen
  3. Implementieren – Den neuen Prozess in die Praxis umsetzen
  4. Überwachen – Leistung und Compliance im Blick behalten
  5. Optimieren – Weitere Anpassungen basierend auf den Überwachungsdaten vornehmen

BPM wird oft durch Workflow-Management-Tools unterstützt, ist aber primär ein Management-Ansatz, kein reiner Technologiekauf.

Ideal für: Unternehmen, die ein systematisches, dauerhaftes Prozessmanagement anstreben. In Kombination mit Process Mining für datenbasierte Transparenz besonders wertvoll.

Vorsicht: BPM-Projekte können sich in der Modellierung verlieren. Ein perfektes Diagramm eines kaputten Prozesses hilft niemandem. BPM-Suites können zudem teuer sein. Für kleinere Teams gibt es schlankere Alternativen.

Mehr dazu finden Sie in unserem Leitfaden zur Prozessoptimierung.

10. Theory of Constraints (TOC)

Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.

Die Theory of Constraints (Engpasstheorie), entwickelt von Eliyahu Goldratt, besagt, dass jedes System mindestens eine Beschränkung (einen Bottleneck) hat, die die Gesamtleistung begrenzt. Anstatt alles gleichzeitig verbessern zu wollen, konzentriert sich dieser Ansatz unnachgiebig auf diesen einen Engpass.

Die fünf Fokussierungsschritte

  1. Identifizieren – Den Engpass finden, der den Durchsatz begrenzt
  2. Ausnutzen – Das Maximum aus dem Engpass herausholen, ohne neue Ressourcen
  3. Unterordnen – Alle anderen Aktivitäten auf den Engpass ausrichten
  4. Erhöhen – Falls nötig, Kapazitäten am Engpass erweitern
  5. Wiederholen – Sobald der Engpass wandert, den nächsten suchen

Warum es funktioniert

TOC liefert schnell Ergebnisse, weil sie die gesamte Energie auf den Punkt konzentriert, der am meisten zählt. Statt Ressourcen auf fünfzig Baustellen zu verteilen, beheben Sie das eine Problem, das das gesamte System bremst.

Ideal für: Produktion, Projektmanagement und Supply Chains. Überall dort, wo Durchsatz entscheidend ist.

Vorsicht: TOC kann bei komplexen Prozessen mit vielen wechselnden Abhängigkeiten zu stark vereinfachen. Die Identifikation des echten Engpasses ist oft nicht trivial. Process Mining hilft hier, Verzögerungen präzise in den Daten sichtbar zu machen.

11. Agile / Sprints zur kontinuierlichen Verbesserung

Kurze Zyklen. Schnelles Feedback. Stetige Anpassung.

Obwohl Agile aus der Softwareentwicklung stammt, lassen sich die Prinzipien hervorragend auf die Prozessverbesserung übertragen. Die Kernidee: In kurzen Zyklen (Sprints) arbeiten, inkrementelle Verbesserungen liefern, Feedback einholen und nachjustieren.

Agile Prinzipien für die Prozessverbesserung

  • Iterative Lieferung – Häufige kleine Verbesserungen statt einer großen Transformation
  • Funktionsübergreifende Teams – Menschen aus verschiedenen Prozessbereichen zusammenbringen
  • Retrospektiven – Regelmäßig reflektieren, was funktioniert und was nicht
  • Kundenfokus – Verbesserungsprioritäten danach definieren, was für den Endnutzer zählt
  • Anpassung vor Planung – Pläne ändern sich, wenn neue Erkenntnisse vorliegen

Ideal für: Digitale Organisationen und Technik-Teams. Teams, die kleine, häufige Änderungen großen Mammutprojekten vorziehen. Unternehmen, in denen sich Anforderungen oft ändern.

Vorsicht: Agile Prozessverbesserung kann ohne klare Vision orientierungslos werden. Sprints zu absolvieren ist nicht dasselbe wie Fortschritt zu machen. Stellen Sie sicher, dass die Verbesserungen auf die Geschäftsziele einzahlen.

12. Process Mining

Sehen, was wirklich passiert – nicht, was Sie denken, dass passiert.

Process Mining ist eine datenbasierte Technik, die reale Geschäftsprozesse aus Event Log-Daten in IT-Systemen rekonstruiert. Anstatt Mitarbeiter zu interviewen, wie ein Prozess abläuft (und eine idealisierte Version zu erhalten), zeigt Process Mining den tatsächlichen Fluss mit allen Varianten, Ausnahmen, Fehlerschleifen und Verzögerungen.

Was Process Mining leistet

  • Process Discovery – Erstellt automatisch Prozess-Maps aus Echtdaten
  • Conformance Checking – Vergleicht den realen mit dem geplanten Prozess
  • Performance-Analyse – Identifiziert Bottlenecks, Verzögerungen und Ineffizienzen
  • Ursachenanalyse – Findet heraus, warum Abweichungen entstehen
  • Dauerhaftes Monitoring – Überwacht die Leistung über die Zeit hinweg

Warum es alles verändert

Viele Techniken haben eine Schwäche: Sie verlassen sich auf die menschliche Wahrnehmung. Workshops und Interviews liefern oft lückenhafte Bilder. Process Mining beseitigt diese Voreingenommenheit, indem es direkt an die Daten geht.

Process Mining macht jede andere Technik auf dieser Liste datengetrieben:

  • Nutzen Sie es mit Lean, um echte Verschwendung im Wertstrom zu finden
  • Nutzen Sie es mit Six Sigma, um Leistung objektiv zu messen
  • Nutzen Sie es mit PDCA, um den Erfolg von Änderungen zu verifizieren
  • Nutzen Sie es mit BPM, um Ist-Modelle automatisch zu generieren
  • Nutzen Sie es mit der Theory of Constraints, um Engpässe exakt zu lokalisieren

Ideal für: Alle Unternehmen mit digitalen Prozessen. Wenn Ihre Arbeit durch IT-Systeme (ERP, CRM, Tickets) läuft, kann Process Mining sie analysieren. Besonders stark für Purchase-to-Pay oder Order-to-Cash.

Vorsicht: Process Mining braucht strukturierte Daten (Case ID, Aktivität, Zeitstempel). Die Datenaufbereitung kann anfangs Aufwand bedeuten, liefert danach aber kontinuierlich Erkenntnisse.

Mehr erfahren: Was ist Process Mining? | Prozessanalyse-Guide | Best Practices

13. Prozesssimulation

Änderungen testen, bevor Sie sie umsetzen.

Die Prozesssimulation nutzt Computermodelle, um vorherzusagen, wie sich ein Prozess unter verschiedenen Bedingungen verhält. Anstatt eine Änderung direkt zu implementieren und auf Erfolg zu hoffen, simulieren Sie das Szenario zuerst virtuell.

Arten der Prozesssimulation

  • Ereignisdiskrete Simulation – Modelliert einzelne Fälle durch Prozessschritte unter Berücksichtigung von Ressourcen und Variabilität
  • What-if-Analyse – Testet Auswirkungen spezifischer Änderungen (mehr Personal, andere Routen)
  • Szenarienvergleich – Lässt verschiedene Konfigurationen gegeneinander laufen

Wie sie ins Gesamtbild passt

Die Simulation schließt die Lücke zwischen Analyse und Umsetzung. Sie haben einen Bottleneck identifiziert (vielleicht durch Process Mining) und eine Idee zur Behebung. Aber wird sie funktionieren? Mit der Simulation testen Sie das, bevor Sie Zeit und Geld investieren.

Ideal für: Die Bewertung von Änderungen vor der Implementierung. Ressourcenplanung und Kapazitätsanalyse. Den Vergleich mehrerer Optimierungsoptionen.

Vorsicht: Simulationsmodelle sind nur so gut wie ihre Eingangsdaten. Spiegelt das Modell die Realität nicht korrekt wider (Bearbeitungszeiten, Ressourcenverfügbarkeit), stimmen die Vorhersagen nicht. Nutzen Sie reale Daten aus dem Process Mining, um Ihre Modelle präzise zu kalibrieren.

Process Mining + Simulation

Die effektivste Methode kombiniert Process Mining (Status Quo verstehen) mit Prozesssimulation (Zukunft vorhersagen). ProcessMind bietet beides auf einer Plattform. Kostenlos testen.

14. Prozessmodellierung (BPMN)

Richtig planen. Richtig umsetzen.

Business Process Model and Notation (BPMN) ist der internationale Standard für die Prozessmodellierung. Sie bietet eine grafische Sprache, um Prozesse so zu dokumentieren, dass sie für Fachabteilungen verständlich und für die technische Umsetzung präzise genug sind.

Warum Modellierung für die Verbesserung wichtig ist

  • Gemeinsames Verständnis – Ein BPMN-Diagramm gibt allen das gleiche Bild vom Prozess
  • Gap-Analyse – Ist-Zustand (As-Is) und Soll-Zustand (To-Be) direkt vergleichen
  • Standardisierung – Modelle sind die Basis für SOPs und Schulungen
  • Automatisierungs-Design – BPMN-Modelle steuern Workflows und Prozess-Engines

Modellierung allein ist noch keine Verbesserung, aber ein kritischer Wegbereiter. Man kann nicht verbessern, was man nicht klar beschreiben kann.

Ideal für: Die Dokumentation von Ist- und Soll-Zuständen. Die Erstellung von Arbeitsanweisungen und die Kommunikation von Änderungen an Stakeholder.

Vorsicht: Prozessmodelle veralten schnell, wenn sie nicht gepflegt werden. Der Zweck ist ein besserer Prozess, nicht das perfekte Diagramm. Tools, die Modellierung mit Process Mining verbinden, halten die Modelle näher an der Realität.

15. Automatisierung (RPA und mehr)

Wiederholungen den Maschinen überlassen.

Automatisierung ist sowohl eine Technik zur Prozessverbesserung als auch ein Ergebnis anderer Optimierungsbemühungen. Robotic Process Automation (RPA), Workflow-Automatisierung und API-Integrationen können den manuellen Aufwand bei Routineaufgaben eliminieren.

Wann Automatisierung sinnvoll ist

Sie funktioniert am besten für Aufgaben, die:

  • Repetitiv und regelbasiert sind
  • Ein hohes Volumen aufweisen
  • Klar definierte Inputs und Outputs haben
  • Stabil sind (sich selten ändern)

Wann nicht

Einen schlechten Prozess zu automatisieren, schafft nur automatisierte Verschwendung. Optimieren Sie erst den Prozess, automatisieren Sie dann den Rest.

Ideal für: Dateneingabe, Berichtserstellung, Systemintegrationen und Routinefreigaben.

Vorsicht: Wer alles automatisieren will, schafft teure und fragile Lösungen. Nutzen Sie Process Mining, um echte Automatisierungschancen zu finden. Nicht jede Aufgabe lohnt den Aufwand.


Die richtige Technik wählen

Bei fünfzehn Techniken fällt die Wahl oft schwer. Es kommt ganz auf Ihre spezifische Situation an.

Wenn Sie…Nutzen Sie…
Verschwendung eliminieren und beschleunigen wollenLean, Wertstromanalyse
Fehler und Defekte reduzieren wollenSix Sigma, TQM
Eine Kultur der ständigen Verbesserung aufbauen wollenKaizen, PDCA
Den echten Engpass finden wollenTheory of Constraints, Process Mining
Sehen wollen, was tatsächlich in Ihren Prozessen passiertProcess Mining
Änderungen vor der Umsetzung testen wollenProzesssimulation
Prozesse dokumentieren und standardisieren wollenBPMN, BPM
Routineaufgaben automatisieren wollenAutomatisierung
Eine schnelle Ursachenanalyse benötigen5 Whys
Geschwindigkeit und Qualität kombinieren wollenLean Six Sigma

Der beste Ansatz für die meisten digitalen Unternehmen? Starten Sie mit Process Mining, um zu verstehen, was wirklich passiert, und wenden Sie dann basierend auf den Daten die passende Optimierungstechnik an. So investieren Sie Ihre Mühe dort, wo sie wirklich zählt.

Mit Fakten statt Annahmen starten

Die meisten Versuche zur Prozessverbesserung scheitern, weil sie auf Annahmen statt auf Beweisen basieren. Teams verbringen Wochen in Workshops, um Prozesse aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren und über Probleme zu spekulieren.

Process Mining überspringt diesen mühsamen Schritt.

Mit ProcessMind verbinden Sie sich mit Ihren bestehenden Systemen und sehen innerhalb weniger Minuten den tatsächlichen Prozess: jede Variante, jeden Bottleneck, jede Verzögerung. Von dort aus können Sie genau die Technik anwenden, die zur Situation passt – sei es Lean, Six Sigma, PDCA oder etwas ganz anderes. Sie starten auf Basis von Fakten, nicht von Meinungen.

Und wenn Sie eine Änderung testen möchten, bevor Sie sie ausrollen, lässt Sie die Simulations-Engine von ProcessMind die Auswirkungen vorab modellieren. Kein Raten. Kein Hoffen. Einfach Daten.

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