Branche
Process Mining für die Fertigung
Jahr
Standort
Global
Unternehmensgröße
Jede Größe
Haftungsausschluss
Die Anwendungsfälle in dieser Sammlung sind praxisorientierte Leitfäden, die auf typischen Projekten zur Prozessverbesserung beruhen. Die Zahlen und Ergebnisse entsprechen typischen Erwartungen. Sie sind weder bestätigte Resultate eines bestimmten Kunden noch eine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Verbesserungen in Fertigungsprozessen finden und testen
Mit Process Mining sehen Sie anhand von Ereignisdaten aus Ihren vorhandenen Systemen, wie Aufträge, Produktion und Instandhaltung tatsächlich ablaufen. Ermitteln Sie Engpässe vom Auftrag bis zum Versand und simulieren Sie Änderungen an Kapazitäten, Schichtmodellen oder Chargenregeln, bevor Sie diese umsetzen. Vergleichen Sie nach der Einführung die prognostizierte mit der tatsächlichen Leistung und prüfen Sie, wie sich die Zykluszeit verändert hat. Process Mining analysiert und simuliert betriebliche Abläufe, keine Anlagen oder chemischen Prozesse. Analysen auf Maschinen- oder SPS-Ebene sind nicht enthalten.
Welche Fertigungsprozesse können Sie analysieren?
Analysieren Sie Auftrags-, Produktions- und Instandhaltungs-Cases anhand von Ereignisdaten aus Systemen wie ERP, MES sowie Instandhaltungs-, Qualitäts- und Lagerplattformen. Process Mining führt aufgezeichnete Ereignisse zu einer durchgängigen Sicht zusammen. So sehen Sie, wie die Arbeit über Teams und Systeme hinweg abläuft, statt sich auf die Perspektive einer einzelnen Abteilung zu verlassen.
Eine Analyse vom Auftrag bis zum Versand kann beispielsweise zeigen, wann ein Auftrag freigegeben und die Produktion begonnen wurde, wo Qualitätsprüfungen oder Nacharbeit stattfanden und wann der Versand abgeschlossen war. Wenn Ihre Daten entsprechende Angaben enthalten, können Sie Produktionspfade außerdem nach Werk, Produkt, Linie, Lieferant oder Schicht vergleichen.
Die Analyse bildet die Ereignisse ab, die Ihre Systeme erfassen. Sie überwacht weder Maschinen noch SPS. Hinweise zur Erstellung eines Event Logs finden Sie in der Dokumentation zu Process-Mining-Daten.
Wo entstehen Engpässe vom Auftrag bis zum Versand?
Eine lange Zykluszeit vom Auftrag bis zum Versand kann verschiedene Ursachen haben. Process Mining hilft Ihnen, Verzögerungen im aufgezeichneten Ablauf zu lokalisieren und zu erkennen, welche Cases oder Prozessvarianten betroffen sind.
- Auftragsfreigabe: Vor der Produktionsplanung warten Aufträge möglicherweise auf verfügbare Materialien, Bonitätsprüfungen oder eine technische Prüfung.
- Produktion und Umrüstungen: Wiederholte Schritte oder Nacharbeit können Kapazitäten binden, ohne die Ausbringung zu erhöhen.
- Qualitätsprüfungen: Sperrungen und Warteschlangen bei Prüfungen können zwischen Produktionsschritten zusätzliche Wartezeit verursachen.
- Instandhaltung: Instandhaltungs-Cases können Verzögerungen bei der Bearbeitung, Planung oder Erledigung von Anfragen sichtbar machen.
- Versand: Teillieferungen und nachgelagerte Übergaben können die Zeit vom Auftrag bis zur Lieferung verlängern.
- Abhängigkeiten in der Lieferkette: Verspätete Materialeingänge können die Planung beeinträchtigen, selbst wenn interne Schritte wie vorgesehen ablaufen.
Vergleichen Sie diese Muster mit KPIs wie Zykluszeit, Durchsatz, Kosten und termingerechter Lieferung. Die Daten zeigen, wo eine Verzögerung auftritt, belegen aber nicht allein deren Ursache. Prüfen Sie die Analyseergebnisse anhand des betrieblichen Kontexts.
Eine praktische Anleitung zum Erkennen von Verzögerungen finden Sie unter So analysieren Sie einen Prozess.
Wie hilft Process Mining der Fertigungsindustrie?
Process Mining rekonstruiert tatsächliche Prozesspfade anhand von Ereignisdaten. Vergleichen Sie diese mit dem Sollprozess, um Abweichungen zu erkennen und Wartezeiten, Nacharbeit sowie Übergaben zu messen.
Werks- und Produktionsleiter, Industrial Engineers und Teams für kontinuierliche Verbesserung können dieselbe Sicht auf die Abläufe nutzen. Statt darüber zu diskutieren, welcher Schritt für eine Verzögerung verantwortlich ist, prüfen Sie die Cases, Timestamps und KPIs hinter dem Muster.
Die Erkenntnisse helfen Ihnen zu entscheiden, welches Problem zuerst untersucht werden sollte. Sie ersetzen weder das technische Urteilsvermögen noch Analysen auf Werksebene.
Was können Sie mit der Prozesssimulation testen?
Sobald Sie einen Engpass erkannt haben, können Sie mit der Prozesssimulation Änderungen am Prozessmodell testen, bevor Sie sie umsetzen. Vergleichen Sie für Fertigungs-Workflows beispielsweise Szenarien mit folgenden Änderungen:
- Kapazität und Ressourcenverfügbarkeit
- Schichtmodelle
- Chargenregeln
- Weiterleitungs- oder Freigabepfade
- Instandhaltungspläne
Die Simulation schätzt, wie sich eine Änderung auf Prozessergebnisse wie Zykluszeit, Durchsatz und Wartezeit auswirken könnte. Sie simuliert weder physische Anlagen noch chemische Prozesse oder das Verhalten von Maschinen.
Erfahren Sie mehr über die Simulationsfunktion und darüber, wie die Prozesssimulation Szenarioanalysen unterstützt. In der Dokumentation zur Simulation erfahren Sie außerdem, wie Sie Was-wäre-wenn-Szenarien vergleichen.
Wie vergleichen Sie prognostizierte und tatsächliche Verbesserungen?
Dokumentieren Sie vor der Einführung den KPI-Ausgangswert und die Annahmen, die der Simulation zugrunde liegen. Messen Sie nach der Änderung anhand aktualisierter Ereignisdaten die tatsächliche Leistung im Vergleich zu diesem Ausgangswert.
Vergleichen Sie in beiden Ansichten denselben Prozessumfang und KPI. Weichen Prognose und tatsächliches Ergebnis voneinander ab, prüfen Sie, ob die Änderung wie modelliert umgesetzt wurde, ob sich die Betriebsbedingungen verändert haben und ob die Ereignisdaten die relevanten Schritte erfassen. Nutzen Sie diesen Vergleich, um das nächste Szenario anhand von Erkenntnissen aus Ihrem Betrieb zu verfeinern.
Die Ergebnisse hängen von Ihren Daten, dem Prozessumfang und den umgesetzten Änderungen ab. Process Mining und Simulation unterstützen Analyse und Planung, garantieren aber keine bestimmte Verbesserung.
Wie starten Sie?
Wählen Sie einen Prozess mit klaren betrieblichen Auswirkungen, etwa vom Auftrag bis zur Produktion, Produktionsplanung, Instandhaltung oder Qualitätsprüfung. Legen Sie fest, welchen KPI Sie untersuchen möchten, und ermitteln Sie anschließend, welche Systeme die relevanten Ereignisse erfassen.
Erstellen Sie ein fokussiertes Event Log mit Case-IDs, Aktivitätsnamen und Timestamps. Prüfen Sie, ob die Ereignisse den zu analysierenden Prozess abbilden, und ergänzen Sie verfügbare Kontextinformationen wie Werk, Produkt, Linie oder Schicht. Nutzen Sie anschließend die Prozessansicht in ProcessMind, um einen Engpass zu lokalisieren, eine Änderung zu modellieren und Szenarien zu vergleichen.
Wie fügt sich das in die kontinuierliche Verbesserung ein?
Process Mining und Simulation ergänzen etablierte Verbesserungsmethoden um betriebliche Daten. Ermitteln Sie mit der Analyse, wo die Leistung schwankt, untersuchen Sie die Ursachen gemeinsam mit den Prozessbeteiligten und testen Sie geplante Änderungen vor ihrer Einführung. Vergleichen Sie anschließend die prognostizierte mit der tatsächlichen Leistung, um den nächsten Verbesserungszyklus zu planen.
Ein Engpassszenario testen
Wählen Sie einen Auftrags-, Produktions- oder Instandhaltungsprozess und prüfen Sie, was Ihre Ereignisdaten zeigen. Beginnen Sie mit einer gezielten Analyse, testen Sie eine Änderung in der Simulation und vergleichen Sie nach der Einführung die Prognose mit der tatsächlichen Leistung.
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